Drei Tage, vier Schleusen, viele Kilometer – Wanderfahrt auf Saar und Mosel

Vom 8. bis 10. Mai 2026 machten sich 13 unternehmungslustige Ruderinnen und Ruderer unseres Vereins – Ute, Usch, Andrea, Manuela, Helmut, Robert, Johannes, Gerd, Erhard, Matthias und Herbert mit Verstärkung durch Michael und Peter vom RRK – auf zur Wanderfahrt auf Saar und Mosel. Drei Tage, knapp 82km und noch mehr Geschichten lagen vor uns.

Bei strahlendem Sonnenschein und fast pünktlich begann die Anreise zu unserem Startpunkt in Saarburg gleich mit der ersten Herausforderung: Wegen der Sperrung der Artelbrückstraße mussten Bus und Hänger durch die verwinkelte Flörsheimer Altstadt manövriert werden. Helmut meisterte alles souverän.  

Je weiter wir nach Westen kamen, desto dichter wurden die Wolken und desto kühler das Wetter. Von Saarburg konnten wir leider nur einen kurzen Blick erhaschen. Wie  schade, denn das hübsche Städtchen hätten wir gern erkundet. Doch wir lagen bereits rund 90 Minuten hinter dem Zeitplan und hatten für 17 Uhr eine Stadtführung in Trier gebucht.

Schnell wurden die Aufgaben verteilt: Ute steuerte den gesteuerten Vierer, Manuela den ungesteuerten Vierer und Matthias den Zweier. Nach 5,5 Kilometern durchfuhren wir die Schleuse Kanzem mit einem Hub von beeindruckenden 11,40 Metern und stellten damit unseren „Höhen“-Rekord auf. Ohne Wartezeit durften wir einfahren, doch wegen des Höhenunterschieds dauerte die Schleusung trotzdem ihre Zeit. Eigentlich sollte danach gewechselt werden, aber Helmut ruderte lieber weiter und Ute wollte gerne zusätzliche Schleusenerfahrung sammeln.

Bei aufklarendem Wetter legten wir nur eine kurze Pause nach der Einfahrt in die Mosel ein. Die Uhr mahnte zur Eile: Noch eine Schleuse lag vor uns und die bereits verschobene Stadtführung wollten wir nicht verpassen.

Die Mosel überraschte uns: fast doppelt so breit wie unser Main und damit viel breiter als erwartet, dazu erstaunlich wenig Schiffsverkehr. Nach einer weiteren problemlosen Schleusung in Trier wurde es bei der Ankunft hektisch: In zehn Minuten sollte die Stadtführung beginnen! Jetzt schnell die Boote raus und den steilen Hang hinauf. Andrea verlor dabei das Gleichgewicht und landete rückwärts in einem Brennnesselfeld – glücklicherweise ohne ernste Folgen, aber mit schmerzhaften Nesselspuren.

Zum Umziehen blieb keine Zeit, deshalb ging es im Ruderoutfit mit dem Stadtführer durch Trier und später fast genauso weiter ins Restaurant. Der Stadtführer war äußerst kenntnisreich, musste wegen unserer Tischreservierung aber ordentlich aufs Tempo drücken und versorgte uns mit der gleichen Menge an Zahlen und Fakten in der halben Zeit.

Dafür wurden wir im „Früh bis spät“ mit hervorragendem Essen und riesigen Portionen entschädigt. Auch die Jugendherberge Trier verdiente großes Lob: perfekte Lage, freundliches Personal und ein tolles Angebot.

Der zweite Tag hatte es in sich: Die „Killer-Etappe“ mit 42 Kilometern stand an und die 22 Kilometer vom Vortag machten sich mit Blasen, Sonnenbrand und Sitzbeschwerden bereits bemerkbar. Mit leicht veränderter Besetzung ging es weiter: Usch übernahm den gesteuerten Vierer, Michael den Ungesteuerten, Matthias fuhr mit Peter im Zweier.

Gleich zu Beginn sorgte der Kapitän eines sehr großen Motorboots und mit offenbar noch größerem Ego für Gesprächsstoff, als er regelwidrig mitten durch unsere Gruppe fuhr und Hinweise auf die Fahrtordnung wenig charmant kommentierte.

Das Wetter wurde zunehmend freundlicher und auch an der Schleuse Detzem mussten wir nicht warten, allerdings zusammen mit einem Frachter schleusen. Obwohl dieser viel Rücksicht nahm, genügte schon der Start der Motoren, um den gesteuerten Vierer ordentlich in der Schleusenkammer herumzuschaukeln. Das war durchaus respekt­einflößend.

Nach diesem Erlebnis kam die zweite Pause sehr willkommen. Johannes und Andrea hatten fürs Picknick eingekauft und danach brauchte fiel es schwer, sich zur Weiterfahrt aufzuraffen.
Robert und Ute wechselten in den Zweier und preschten voraus, in der Hoffnung auf eine Weinschorle in Neumagen, dem Etappenziel des Tages. Zeit dafür wäre gewesen, aber leider kein Weinstand direkt am Steg. Den fand eine kleine Gruppe etwas später. Der größere Teil der Mitfahrer ließ sich lieber erschöpft im Bus zurück zur Jugendherberge bringen.

Nach dem Abendessen (unsere Tischreservierung hatten wir natürlich wieder verschoben) verschwanden alle früh in den Betten und schliefen wie die Steine.

Tag 3: Die letzte Etappe führte von Neumagen nach Bernkastel-Kues. Usch und Ute übernahmen die Fahrzeuge. Da Matthias bereits abgereist war, ruderten Helmut, Peter und Gerd den Vierer zu dritt.

An der letzten Schleuse in Wintrich war unsere Glückssträhne zunächst vorbei: Der Schleusenwärter ging nicht ans Telefon. Zufällig trafen wir ein Boot wieder, das wir bereits aus Detzem kannten. Helmut nutzte die Gelegenheit clever und ließ über den Kapitän fragen, ob „noch drei weitere Boote“ mit in die Schleuse dürften. Als klar wurde, dass es sich um Ruderboote handelte, waren wir längst drin – Helmut genoss seinen kleinen Coup sichtbar.

Bei der letzten Pause rutschte Gerd auf einem glitschigen Stein aus und landete der Länge nach im Wasser. Und fast hätte es noch einen zweiten Zwischenfall gegeben: Helmut störte die offene Dolle am leeren Sitz und wollte sie während der Fahrt schließen, wobei der unterbesetzte Vierer kurz bedenkliche ins Schwanken geriet.

Die letzten Kilometer führten durch wunderschöne Landschaft und vorbei am malerischen Bernkastel-Kues. Die Muskeln hatten inzwischen endgültig genug, entsprechend groß war die Freude am Ziel.

Fazit: eine wunderbare Wanderfahrt mit vielen Kilometern, kleinen Abenteuern, schönen Landschaften und großem Teamgeist. Ein großes Dankeschön an unseren Fahrtenleiter Helmut für die hervorragende Vorbereitung und Organisation. Gerne wieder!

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